Leitbild

Der Blog christliche Freiheit basiert auf freiwilligem Einsatz (unterstützt durch vereinzelte, geringere finanzielle Gönnerbeiträge aus interessierten Kreisen). Er möchte christlich orientierten Leuten mit freiheitlicher Gesinnung eine Plattform bieten, ihre Ansichten öffentlichkeitswirksam zu verbreiten.

Eine fixe, verbindliche Autorenschaft gibt es demzufolge nicht. Jedermann, der dem christlichen Menschenbild verpflichtet ist sowie den Wert der Freiheit im Herzen trägt, ist als Autor willkommen. Um das freiheitliche Element unseres Blogs zu betonen, haben aber im Sinne einer Pro-und-Contra-Kultur bewusst auch abweichende Meinungen Platz. Bei Weitem nicht jeder Beitrag auf dieser Seite muss sich mit der Privatmeinung der Herausgeberschaft decken.

Auch betreffend Textgattungen besteht - trotz Fokus auf Politik - Offenheit. Tiefergehende Grundsatzbeiträge oder theoretische Abhandlungen aus wissenschaftl. Sicht (historisch, theologisch, juristisch, medizinisch, ...) sind ebenso willkommen und dürfen uns auch unaufgefordert zugesandt werden.

Regelmässigkeit ist Ziel unseres Blogs, doch stellen wir Qualität noch immer vor Quantität und möchten uns nicht mit reiner Faktenpräsentation begnügen, sondern elaborierte Stellungnahmen abgeben. Damit wird vielfach ein Publikum angesprochen, das den intellektuellen Diskurs schätzt.

Diese Qualitätsorientierung ist auch der tieferen Einsicht geschuldet, dass Glaube und Wissenschaft keine Gegensätze sind. Zu den zentralsten Geschenken Gottes an jeden Menschen zählen der freie Wille sowie der Verstand (so auch Kants "sapere aude"). Ein blindes Um-sich-Werfen von Bibelversen, ohne sich mit deren Kontext auseinanderzusetzen, bringt oft mehr Schaden als Nutzen. Vielmehr lassen sich viele biblische "Grundwahrheiten" bereits erkennen, indem man mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht (so auch Röm. 2,11 ff.) sowie langfristig denkt und sich nicht bloss am kurzfristigen Lustprinzip orientiert.

Aufgrund bewusstem Verzicht auf eine fixe Autorenschaft wird auch auf ein detailliertes Leitbild oder Positionspapier verzichtet. Dennoch: Wer an Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi glaubt sowie einem christlich-inidividualistischen Menschenbild verpflichtet ist, erkennt, dass die Zeit der Gesetzlichkeit vorbei ist und Gott uns zur Freiheit berufen hat (Gal. 5,1). Wo Gott keine klare - und an sich mit gesundem Menschenverstand erkennbare - Regel aufstellt, besteht grundsätzlich Freiheit (1. Kor. 6,12). Diese Freiheit - als möglichst weitgehende Abwesenheit von Zwang - soll auch auf diesem Blog verteidigt werden. Dies ist auch der Grund (Stichwort Freiheitsparadoxon), weshalb offenkundig interventionistische Beiträge auf dieser Plattform keinen Platz finden können. Darüber hinaus soll jedoch in aller Freiheit gedanklicher Wettbewerb bestehen. Denn der Grundsatz der Freiheit bedarf immer wieder der Einzelfall-Konkretisierung.

In politischer Hinsicht (denn da besteht im Gegensatz zum rein privaten Umgang ein Unterordnungsverhältnis des Bürgers gegenüber dem Staat) ist klar, dass Staatsgläubigkeit nicht Sache eines Christen sein kann, der seine gottgegebene Freiheit liebt. Denn will er selber nicht unnötig eingeschränkt werden, schränkt er auch andere nicht vorauseilend ein. Unsere Freiheit findet ihre Grenzen erst, wenn durch unser Handeln Dritte unmittelbar betroffen sind. Daher kann nur ein liberaler Nachtwächterstaat (oder ein libertärer Minimalstaat), der sich auf den (repressiven) Schutz von Leib und Leben, Freiheit, Eigentum sowie Treu und Glauben im Geschäftsverkehr beschränkt sowie absolut basale Infrastruktur bereitstellt, aus christlich-freiheitlicher Sicht zielführend sein. Ein staatsorientiertes Christentum, das die politische Verwirklichung des Himmels auf Erden anstrebt, was in einer unperfekten Welt a priori unmöglich ist, oder den Menschen zum Guten zwingen will, ist klar abzulehnen. Es wäre auch mit dem Christentum unvereinbar, da Gott den Menschen ebenso die Wahl lässt, ob sie glauben wollen.

Summa summarum in brevitate: Genug sehen wir in Geschichte und Gegenwart, wie sogenannte Christen (landes- wie freikirchlicher Prägung; gut sichtbar z.B. an der US-Foreign-Policy und dem "Export" von Demokratie, die vom überzeugten libertären Christen und ehem. Republican Ron Paul dezidiert bekämpft werden) vom Wert der Freiheit abgeirrt sind, ohne dass ihr eigener Lebenswandel besonders vorbildlich wäre. Oft werden dann auch die eigenen Gläubigen bevormundet oder gar entmündigt (z.B. Zölibat für den katholischen Klerus), teils der Glaube gar schonungslos für Partikulärinteressen missbraucht. Vorliegender Blog sieht sich als - dringend notwendiges - Gegengift zu solch unseligen Entwicklungen.