Gedanken zur Schweizer Nation

Der 1. August ist noch nicht lange her. Grund genug, eine kurze Umschau auf unser Land zu machen. Denn wir verdanken sehr viel unseren Vorfahren und dem christlich-freiheitlichen Gedankengut, welches mitgeholfen hat, dass unser Land immer noch in vielen Bereichen sehr gut dasteht.

Wir haben so viel Grund zur Dankbarkeit. Unter anderem blieb unser Land wie durch ein Wunder von beiden Weltkriegen verschont. Trotz den auch sprachlich recht unterschiedlichen Landesteilen auf kleinstem Raum funktioniert die Schweiz bisher (im Vergleich mit vielen anderen Ländern) hervorragend. Auch den mit gegen 25 Prozent sehr hohen Ausländeranteil und die vielen Einbürgerungen scheint unser Land bis jetzt relativ gut zu verkraften. Ein noch vergleichsweise hochstehendes Bildungssystem, verbunden mit einer tiefen Arbeitslosigkeit dank einer florierenden Wirtschaft, haben unserem Land Wohlstand gebracht, erträgliche Steuern und ein gut ausgebautes Sozial- und Gesundheitswesen ermöglicht. Unsere direkte Demokratie mit dem Subsidiaritätsprinzip ist einzigartig und hat in der Vergangenheit viel zum Wohlergehen beigetragen. Wir dürfen Freude an unserem Land haben. Wir dürfen dankbar sein, dass wir in diesem Land leben dürfen. Solches Denken und solche Gefühle sind nicht zu verwechseln mit unangebrachtem rechtsradikalem, rassistischem Gedankengut. Denn wir wollen auch nicht vergessen, dass unsere Vorfahren dieses Land aufgebaut haben und wir von vielen Errungenschaften  einfach so profitieren. Es ist nicht unser Verdienst, dass wir ausgerechnet in diesem Land geboren wurden oder aufwachsen durften.

Bei alledem ist wohl den meisten Bürgern kaum bewusst, dass bis vor ca. 50 Jahren der christliche Glaube im Volk eine wichtige Rolle spielte. Er prägte das Denken, Reden und Handeln vieler Politiker, Unternehmer und Arbeiter. In der Bibel wurzelnde Werte wie Familiensinn, Treue, Fleiss, Sorgfalt, Vertrauen, Respekt, Eigenverantwortung, Demut, Weitsicht, Ehrlichkeit, Uneigennützigkeit  und Gottesfurcht im besten Sinn waren für viele Menschen keine leeren Worte. Davon – mithin selbst unbewusst (d.h. nicht praktizierend religiöse) – geprägte Vorbilder dürften noch heute viel zum Segen in unserem Land beitragen. Dabei gehört Gott allein die Ehre, der allen Schutz und Segen geschenkt hat.

Aller Segen und alles Erreichte ist wohl viel mehr in Gefahr, als wir wahrhaben möchten. Es fängt damit an, dass wir nicht mehr wissen, was uns so erfolgreich gemacht hat und wem wir dies alles verdanken. Dieser Hintergrund wird nicht mehr weitergegeben. Damit einhergehend wird das Christentum und damit Gottes Wort zunehmend geringgeachtet oder sogar der Lächerlichkeit preisgegeben.

Gefährlich wird es ebenfalls, wenn sich Gedankenlosigkeit, Oberflächlichkeit, Kurzsichtigkeit, Egoismus sowie Ideologien breitmachen. Es ist wichtig, dass wir uns immer wieder fragen, was wir beitragen können zum Wohl von uns allen und unserem Land im Speziellen. Es ist keineswegs verwerflich, wenn wir eigenständig denken und handeln, sondern geradezu elementar für uns und unser Land. Weiter ist es wichtig, weil wohltuend, förderlich und befreiend, wenn wir nicht nur am Buss-, Dank- und Bettag „reinen Tisch“ machen mit unserer Vergangenheit und derjenigen unseres Landes. Die tägliche Prüfung unser selbst am Wort Gottes, die Bitte um Erkenntnis von Schuld, falschem Denken und Blindheit sowie die befreiende und reinigende Vergebung durch Jesus Christus sind jederzeit zugänglicher Gewinn.

Leider braucht es ein Hinterfragen, ein gewisses Misstrauen und Auf-die-Finger-Schauen bei unseren Politikern, Regierenden, Medien und Organisationen: Haben diese die Standhaftigkeit, zuerst das Wohl der Schweiz und seiner Bevölkerung in seiner bewährten Eigenständigkeit zu suchen ohne unangebrachte Bevormundung und Anbindung an internationale Organisationen? Wir brauchen unbedingt Mut, noch zu sagen, was wir denken. Wir dürfen nicht zulassen, dass die freie Meinungsäusserung und das freie Denken zunehmend eingeschränkt werden. Der Wettbewerb der Argumente und Meinungen und der Respekt vor dem Gegenüber mit auch anderen Überzeugungen sind elementar. Denn auch Jesus zwang niemanden, sich zu bekehren; er sah stets auf die Herzenshaltung. Ebenso brauchen wir weiterhin Freiheiten und Eigenständigkeit, um auch verschiedenen Modellen, Lebensentwürfen und Überzeugungen Raum zu geben, solange diese andere Einwohner oder unser Land weder bevormunden noch gefährden. Stehen wir dafür ein, im Gebet vor unserem Vater im Himmel, aber auch mit Wort und Tat in der Gesellschaft.                 

Autorangaben

Lisa Leisi ist Familienfrau und wohnt in Dietfurt. Sie ist Präsidentin der EDU Kt. SG.