06
Jul
2015

Christen drängen in die Öffentlichkeit

Verfasst von Daniel Regli

Völker und Nationen können gute oder schlechte Wege einschlagen. Es gibt Gesellschaften, die während Jahrhunderten in Frieden und Wohlstand leben. Andere bekämpfen sich bis aufs Blut und vernichten Menschenleben, Wirtschaft und Umwelt. Nun befindet sich auch die westliche Kultur mit ihrem Egoismus und ihrer Konsumwut seit Jahrzehnten auf einer Talfahrt. Auch viele Schweizerinnen und Schweizer liessen sich vom Ruf in eine gefälschte Freiheit und Fülle locken. Suchtverhalten und soziale Entfremdung sind die schmerzlichen Folgen.

Das heutige Stipendienwesen ist teils in sich selbst widersprüchlich und unglaubwürdig, die Eigenverantwortung scheint generell vernachlässigt zu werden. Die im Juni vors Volk kommende Stipendieninitiative schafft keinerlei Abhilfe. Dies könnte in der gegenwärtig debattierten Stipendienreform des Kantons Zürich geändert werden – man muss es nur wollen.

Die ausufernde Fortpflanzungsmedizin ist ein Angriff auf die Bescheidenheit und Dankbarkeit gegenüber dem menschlichen Leben. Insbesondere Behinderte und deren Eltern müssten sich rechtfertigen, wenn die PID-Verfassungsänderung durchkäme. Die Entkoppelung der Fortpflanzung von der Leiblichkeit ist ein klarer Ausdruck der Postmoderne und des Machbarkeitswahns – und ein Frontalangriff auf christliche Grundeinsichten zugleich.

Die schwammige Formulierung der geplanten PID-Verfassungsänderung ist so harmlos, dass sie fast schon Skepsis hervorrufen muss. Und tatsächlich: Bei näherer Betrachtung wird klar, dass nicht nur die beliebige Unterteilung von wertem und unwertem Leben ermöglicht wird. Zumindest implizit wird auch staatlichen Medizinexperimenten Vorschub geleistet.

Anliegen von Abtreibung über Sterbehilfe, aber auch und gerade die jüngst diskutierte und am 14.06.2015 an der Urne zu entscheidende Frage der Präimplantationsdiagnostik (PID) werden mit Fortschritt und wandelnder Zeit begründet. Tiefergehende Argumentation lässt sich kaum noch finden, es scheint einfacher sein, Gegner zu diffamieren. Logisch, zumal es nicht nur „fundamentalistische Hinterwäldler“ sind, welche Zweifel an der Liberalisierung in der medizinischen Forschung rund um das menschliche Leben hegen, sondern auch wissenschaftlich zumindest Skepsis geboten ist. Ein Grund, der den Autor dieser Zeilen veranlasst, seine Maturarbeit zur rechts- und polithistorischen Entwicklung der Abtreibungs- und Medizinforschungsgesetze in der Schweiz auf diesem Blog aufzuschalten.

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